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Der folgende Text wird regelmäßig in den Newsgroups de.sci.medizin.psychiatrie (dsmp), de.etc.selbsthilfe.misc und de.sci.psychologie (dsp) gepostet.
Er entstand aus der Diskussion im Usenet und in Zusammenarbeit von:
Marianne Kestler, Eberhard Küttner, Johannes Pietsch, Alexander Schestag, Michael Schiffers, Silke Sorge, Rudolf Sponsel, Werner Stangl, *Kluge Else* und Monika Brock-Ostermann
Hilfe für die Seele - eine Bedienungsanleitung
Du hast ein Problem? Du willst wissen, ob du selbst oder ein Freund
psychisch krank ist? Du suchst nach einer Erklärung für konkrete
Symptome? Du möchtest Rat, wie sich das lösen lässt?
Hier findest du zuerst mal ein paar Hinweise auf
* Anlaufstellen in der realen Welt mit Links
* Hinweise zu Dingen, die man hier im Usenet und auch im Internet
unbedingt beachten sollte.
* Internet-Adressen für Infos und Diskussionen
############# Anlaufstellen #####################
In akuter seelischer Not bist du sicher bei der Telefonseelsorge gut
aufgehoben. Zu jeder Zeit von jedem Ort in Deutschland kostenfrei
unter
0800/ 111 0 111 oder 0800/ 111 0 222
oder unter
http://www.telefonseelsorge.de
In Österreich gibt es einen Notfallpsychologischen Dienst, dessen
Adressen und Telefonnummern du hier findest:
http://www.notfallpsychologie.at
In der Schweiz bietet Pro Mente Sana
http://www.promentesana.ch
Mo, Di, Do 9 - 12 Uhr, Do 14 - 17 Uhr eine
Telefon-Beratung unter 0848 / 800 858
Das Gesundheitsamt deiner Stadt kann dir örtliche Beratungsstellen
nennen.
Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten nennt dir in
Deutschland deine regionale Kassenärztliche Vereinigung, die du auch
über folgenden Link findest, der auch eine Datenbank mit Therapeuten
und Ärzten enthält:
http://www.kvwl.de/extern/kven.htm
########## Tipps und Warnungen #################
Hier im Netz, ob es nun eine Newsgroup ist oder irgendein anderes
Angebot im Internet, solltest du zunächst ein wenig über die
Möglichkeiten und Grenzen der Information und Beratung wissen.
Du suchst fundierte fachliche Hilfe, die seriös ist und möglichst
professionell?
Du solltest wissen, dass kein seriöser Profi dir hier fallbezogenen
Beratung leisten wird oder gar vorgeben wird, Diagnosen zu stellen.
Das ist nämlich, so gerne viele helfen würden, auf der Basis von
E-Mails oder Newsgroup-Beiträgen kaum möglich.
Gute Profi-Angebote im Internet, die solche Formen der Beratung als
vorsichtigen Versuch bisher anbieten, weisen immer deutlich auf die
Grenzen der Arbeit mit diesem Medium hin.
Wer dir hier psychologische Ratschläge gibt, die auf dich
zugeschnitten sein sollen, ist wahrscheinlich ein (hoffentlich)
gutmeinender psychologischer Laie.
Und wer dir hier tatsächlich schreibt - das gilt für das ganze Netz -
ist kaum überprüfbar. Da gibt es viele, die sich berufen fühlen ...
Ausserdem - es gibt ein buntes Spektrum von Meinungen,
Weltanschauungen, wissenschaftlichen, esoterischen, politischen oder
auch nur bizarren Vorstellungen zu den Themen rund um die Psyche.
Mache dir das bei jedem Beitrag, den du hier liest, klar. Wie du die
Spreu vom Weizen unterscheiden kannst ?
Gute Frage!
Es gibt ein breites Spektrum von Meinungen, das auf dem einen
Extrempol jedes Zipperlein mit Medikamenten bekämpfen will, auf dem
anderen Pol jedes noch so dramatische Leiden leugnet bzw. alle
professionellen Helfer verteufelt ....
Aber vertrauenerweckend ist es sicher eher, wenn die Leute bei allem
Streit bereit sind, voneinander zu lernen und sich zu respektieren.
Sicherlich weißt du, dass hier im Netz, besonders in den Newsgroups,
weltweit Millionen Menschen mitlesen können, so wie dein Nachbar, dein
Arbeitskollege und deine Schwägerin.
Auch dein potentieller Chef, bei dem du dich vielleicht in 5 oder 10
Jahren bewirbst, wird dann noch in den Archiven deine Beiträge ebenso
noch über viele Jahre hinweg nachlesen können wie deine Kunden und
Klienten. Schau mal bei http://groups.google.com nach, wie viele Jahre
zurück das Archiv reicht ....
Also: überlege gut, was du schreibst. Vor allem, wenn es um andere
Menschen geht, deren Geheimnisse du möglicherweise preis gibst. Lass
es!
############# Infos und Diskussionen ##################
Für persönliche Dinge sind Mailinglisten als Selbsthilfegruppen etwas
besser geeignet, in denen man mehr abgeschottet ist. Du findest solche
Listen für die verschiedensten Themen zum Beispiel bei
http://www.yahoogroups.de .
Eine Ausnahme stellt die moderierte Newsgroup
de.etc.selbsthilfe.missbrauch
dar. Dort wird jedes Posting erst von den Moderatoren gesichtet und
die Leute schreiben - was ja sonst im Netz verpönt ist - überwiegend
mit einem Pseudonym.
Viele Informationen, ein Forum für Fragen, Adressen von
Beratungsstellen und Mailinglisten findest du im Psychiatrienetz unter
http://www.psychiatrie.de.
Die Seiten werden von Psychosozialen Trägervereinen, Betroffenen- und
Angehörigengruppen getragen.
Dazu gehört auch der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE)
http://www.bpe-online.de/
Umfangreiche Betroffenen-Selbsthilfe-Portale findest du auch unter
http://www.kummernetz.de
http://www.borderline-community.de
Mit Alltagsproblemen bist du aber wahrscheinlich gut in den Newsgroups
unter de.soc* oder de.talk* richtig aufgehoben.
27.11.2003

©Gesellschaft für seelische Gesundheit Dortmund e.V.
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